Grätzl · Wien 16. · 7 Min Lesezeit

Der Yppenplatz.
Wiens lebendigstes Grätzl.

Zwischen Brunnenmarkt, Ottakringer Straße und dem 15. Bezirk liegt der Platz, den wir Zuhause nennen. Ein Insider-Guide.

Von Onur Eyer · 20. Juni 2026
Yppenplatz auf einen Blick
Lage16. Bezirk Ottakring, 1160 Wien – am oberen Ende des Brunnenmarkts, zwischen Payergasse, Hubergasse und Brunnengasse.
MarktständeMo–Fr 6–21 Uhr, Sa 6–18 Uhr, Sonntag geschlossen.
BauernmarktFreitag und Samstag, 6–13 Uhr, direkt am Yppenplatz.
Lokale & GastroMo–Sa 6–23 Uhr, Sonn- und Feiertag 9–17 Uhr.
AnfahrtStraßenbahn 44 hält direkt am Platz. U6 Josefstädter Straße, 8 Minuten zu Fuß.
GrößeRund 170 Stände auf 948 Metern – der längste Straßenmarkt Wiens.

Es gibt Plätze, an denen wohnt man. Und es gibt Plätze, in denen wohnt es. Der Yppenplatz gehört zur zweiten Sorte. Er lebt, er atmet, er hat einen eigenen Rhythmus – und wer ihn einmal versteht, versteht warum wir hier ein Café aufgemacht haben.

Wenn du am Samstagvormittag über den Brunnenmarkt gehst, hörst du Türkisch, Serbisch, Kroatisch, Wienerisch, Hochdeutsch, Englisch, Arabisch, Vietnamesisch, Persisch – alles in fünf Minuten. Du siehst Wiener Omas beim Erdäpfel-Wiegen, arabische Bäcker mit frischen Pide-Broten, Bio-Bauern aus Niederösterreich mit Erdbeeren, die noch nach Erdbeer riechen. Der Platz ist so international, dass er wieder ehrlich wienerisch ist. Kein Klischee, sondern Alltag.

Warum der Yppenplatz?

Der Yppenplatz ist Wiens Wohnzimmer. Kein Touristen-Slalom, keine Insta-Bühne, keine Palatschinken-Bude fürs Ausland – sondern das, was Wien für sich selbst geblieben ist. Ehrlich, gewachsen, mit einem eigenen Rhythmus.

Hier ist alles echt: die Menschen, die Preise, die Gastronomie. Manchmal wird's laut, manchmal wird auf offener Strasse gefeiert, manchmal wird der ganze Platz zur einzigen großen Terrasse. Das ist der Preis von Lebendigkeit. Wir zahlen ihn gerne.

Yppenplatz, Yppenmarkt oder Brunnenmarkt?

Das verwechseln fast alle – auch Wienerinnen und Wiener. Die Kurzfassung:

Der Brunnenmarkt ist der lange Straßenmarkt, der sich die Brunnengasse hinaufzieht: 948 Meter, rund 170 Stände, der längste Straßenmarkt Wiens und nach dem Naschmarkt der zweitgrößte Markt der Stadt. Es gibt ihn seit 1786, damals noch im Vorort Neulerchenfeld.

Der Yppenmarkt ist der Marktteil oben am Platz. Er entstand 1897 auf einem ehemaligen Exerzierplatz. Hier stehen freitags und samstags die Bauern.

Der Yppenplatz ist der Platz selbst – der mit den Schanigärten, den Bäumen, den Lokalen. Seit der Sanierung zwischen 2005 und 2010 ist die Brunnengasse autofrei, und beide Märkte sind praktisch zusammengewachsen.

Im Alltag meint ohnehin jeder dasselbe: das Grätzl. Wenn dir jemand sagt „wir treffen uns am Yppenplatz", weißt du, wo du hin musst.

Öffnungszeiten: wann sich der Weg lohnt

  Marktstände Lokale
Mo–Do6–21 Uhr6–23 Uhr
Freitag6–21 Uhr + Bauernmarkt 6–136–23 Uhr
Samstag6–18 Uhr + Bauernmarkt 6–136–23 Uhr
Sonntaggeschlossen9–17 Uhr

Der beste Zeitpunkt für den ersten Besuch ist Samstagvormittag: Bauernmarkt, voller Markt, alle Schanigärten offen. Wer es ruhiger mag, kommt Dienstag oder Mittwoch am Vormittag. Und sonntags ist der Platz ein anderer – die Stände sind zu, die Lokale voll, und das ganze Grätzl frühstückt.

Ein Tag am Yppenplatz – wenn du das erste Mal da bist

9:00 – Frühstück im Café Frida

Klar sagen wir das. Aber wenn du unser Frühstück ausprobierst, weißt du warum. Bio-Eier, Bio-Brot, guter Kaffee. Draußen sitzen, den Platz beobachten – ein guter Start.

10:30 – Rundgang Brunnenmarkt

Der Markt zieht sich vom Yppenplatz die Brunnengasse hinunter. Am besten von oben nach unten: Brot bei den arabischen Bäckern, Käse bei einem der wiener Standler, Oliven beim türkischen Feinkost. Von Brunnengasse bis U6 sind es 700 Meter Konzentrat an Aromen.

12:00 – Mittagessen türkisch, jugoslawisch oder wienerisch

Rund um den Yppenplatz gibt es Lokale, die es seit 30 Jahren gibt und die nie verschwinden werden. Nicht wegen Instagram, sondern weil sie eine Community versorgen. Adana Kebap, Ćevapčići, Beuschel: alles zu Preisen, die noch nach Alltag schmecken.

15:00 – Kaffeepause (bei uns)

Cortado und ein Stück Schokokuchen. Kurze Pause. Der Nachmittag am Yppenplatz ist langsamer als der Vormittag. Genau richtig.

17:00 – Feierabend-Bier oder Spritzer

Um den Platz herum leuchten die Lokale, die Klapptischeh auf, die ersten Feierabend-Runden beginnen. Wenn wir es einrichten können, sitzen auch wir kurz mit einem Weißen G'spritzten draußen.

20:00 – Abendessen oder Cocktail bei uns

Burger, Burritos, Signature Cocktails. Musik läuft, aber nicht zu laut. Man versteht sich noch. Bar bis Mitternacht.

Was du am Yppenplatz nicht findest

Große Ketten, Sushi-to-Go-Läden, Hipster-Poke-Bowls, "Handmade Artisan Coffee Shops" mit Preisen wie in Wien-Mitte. Der Yppenplatz ist – so far – gentrifizierungsresistent. Klopf auf Holz.

Er verändert sich, klar. Wir sind selbst Teil dieser Veränderung. Aber die Wiener-Grundsubstanz bleibt: erschwinglich, ehrlich, echt.

Die Lokale am Yppenplatz

Rund um den Platz reiht sich ein Lokal ans nächste – und anders als in vielen Wiener Ausgehvierteln ist die Mischung nicht kuratiert, sondern gewachsen. Grob sortiert findest du hier:

Cafés und Frühstückslokale. Der Yppenplatz ist ein Frühstücksplatz. An Wochenenden sitzen ab neun Uhr alle draußen, oft bis in den Nachmittag. Wir selbst servieren Frühstück täglich bis 15 Uhr – weil ein Grätzl-Frühstück nicht um halb elf vorbei sein sollte.

Türkische und Balkan-Küche. Adana Kebap, Pide, Ćevapčići, Börek. Vieles davon gibt es seit Jahrzehnten, zu Preisen, die noch nach Alltag schmecken statt nach Ausgehen.

Wiener Beisln. Beuschel, Schnitzel, Krügerl. Weniger geworden, aber es gibt sie noch.

Bars und Abendlokale. Ab dem späten Nachmittag verschiebt sich der Platz: Feierabendbier, Spritzer, Cocktails. Bei uns läuft die Bar bis Mitternacht.

Marktstandl mit Küche. Einige der schönsten Plätze am Yppenplatz sind gar keine Lokale, sondern Marktstände, an denen man im Stehen isst. Zwei Euro, ein Teller, kein Service – und trotzdem besser als vieles in der Innenstadt.

Reservieren muss man unter der Woche selten. An Samstagen und schönen Sonntagen sehr wohl – dann ist der halbe Bezirk hier.

Und wie kommst du her?

Am schönsten mit der Straßenbahn 44, die vor der Tür hält. Alternativ mit der U6 (Josefstädter Straße), 8 Minuten Fußweg über den Lerchenfelder Gürtel. Mit dem Rad: Citybike-Station "Brunnenmarkt" 200 m entfernt. Auto: parken geht, ist aber schade – der Yppenplatz ist ein Fußgänger-Grätzl.

Häufige Fragen zum Yppenplatz

Wo liegt der Yppenplatz?

Im 16. Wiener Gemeindebezirk Ottakring, 1160 Wien, am oberen Ende des Brunnenmarkts zwischen Payergasse, Hubergasse und Brunnengasse.

Wann hat der Brunnenmarkt geöffnet?

Die Marktstände Montag bis Freitag von 6 bis 21 Uhr, Samstag von 6 bis 18 Uhr. Sonntags sind sie geschlossen. Die Lokale haben Montag bis Samstag von 6 bis 23 Uhr offen, an Sonn- und Feiertagen von 9 bis 17 Uhr.

Wann ist Bauernmarkt am Yppenplatz?

Freitag und Samstag jeweils von 6 bis 13 Uhr. Dort stehen Bäuerinnen und Bauern aus Niederösterreich und dem Burgenland und verkaufen direkt.

Wie komme ich zum Yppenplatz?

Am einfachsten mit der Straßenbahnlinie 44, die direkt am Platz hält. Alternativ mit der U6 bis Josefstädter Straße und acht Minuten zu Fuß, oder mit der U6 bis Thaliastraße und durch den ganzen Brunnenmarkt hinauf – der schönere Weg.

Wo kann man am Yppenplatz frühstücken?

Rund um den Platz gibt es mehrere Frühstückslokale. Bei uns im Café Frida, Payergasse 12, wird täglich bis 15 Uhr gefrühstückt – mit Bio-Eiern, hausgemachtem Brot und veganen Varianten.

Ist am Yppenplatz sonntags etwas los?

Die Marktstände sind zu, die Lokale offen. Sonntag ist der ruhigere, aber vielleicht schönste Tag am Platz: das ganze Grätzl frühstückt, niemand hat es eilig.

Komm einfach vorbei.

Nicht nur wegen uns. Wegen des ganzen Platzes.

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